Die Chronik
Das Osterather Heimat- und Schützenfest, welches alle zwei Jahre im September gefeiert wird, mobilisiert wie kein anderes Fest im Ort die Bevölkerung. Das Fest blickt dabei auf eine Jahrhunderte alte Tradition zurück, und ist auf das Engste mit der Geschichte der St.Sebastianus-Bruderschaft verbunden.
So fing es an!
Das erste Schützenfest nach dem Kriege hier in Meerbusch-Osterath wurde 1955 veranstaltet. Gar nicht einfach war es, die Mannen in und um die St. Sebastianus Bruderschaft von 1475 zu einigen und die "Sache" Schützenfest in Osterath auf einen Nenner zu bringen. Immer wieder waren die vielen gut gemeinten Bemühungen aus den Reihen der Schützen gescheitert. Auf Initiative des damaligen Brudermeisters der St. Sebastianus Bruderschaft, Andreas Stüttgen und unter tüchtiger moralischer Mithilfe des ehemaligen Kaplans Derichs, kam es am 12. Juni 1955 zum ersten Königsvogelschießen. Trotz des schlechten Wetters, es regnete in Strömen, war die Anteilnahme der Bevölkerung groß. Es gelang Otto Schwietering mit wohl gezieltem Schuss, erster Osterather Schützenkönig nach dem Kriege zu werden.
Als König Otto I. nun auch noch im gleichen Jahr sein Schützenfest feiern wollte, trafen sich kurz entschlossen, bereits einen Tag später, die Stammtischfreunde des Königs:
Hans Neuers, Jakob Geerts, Willi Oellers, Josef Busch, Hans Roberts, Heinz Küsters, Heinrich Moser, Adolf Stroms mit den Vertretern der Bruderschaft: Andreas Stüttgen und Toni Wild.
Aus verständlichen Gründen war die damalige St. Sebastianus Bruderschaft außerstande, ein Schützenfest im Rahmen eines Volksfestes aufzuziehen. Man erweiterte daraufhin den Kreis der Interessengemeinschaft durch die Herren:
Erich Bacher, Adolfs Breuers, Theo Berben, Lambert Wefers, Ulrich Mertens und Paul Sand
Nun wollte man möglichst alle Osterather Vereine zusammenschließen und alle Osterather Bürger für ein gemeinsames Heimat- und Schützenfest begeistern. So wählte dieser Kreis einen Festausschuss, der ab diesem Tage auch gleichzeitig die Vorstandsfunktion übernahm.
Festausschuss - Osterather Schützen- und Volksfest 1955
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Erich Bacher,
Erster Präsident des Heimat- und Schützenbundes 1955 e.V |
Als Termin für das erste Schützenfest wurde der 11. September 1955 festgelegt. Keiner aber wusste zu diesem Zeitpunkt so recht, wie sich das Unterfangen finanziell gestalten würde. Zielstrebig angefasst, ging alles Schlag auf Schlag. Josef Busch konnte schon bald in einer Versammlung am 07.08.1955 im Lokal "Zum Annchen" mitteilen, dass sich Bürgen zur Abdeckung des finanziellen Risikos bereit fanden und dass sich eine große Anzahl Osterather Vereine und Gruppen zur Teilnahme am Schützenfest entschlossen hatten. Daraus wurde eine Gemeinschaft, die sich im Laufe der folgenden Jahre zum jetzigen Heimat- und Schützenbund formte.
Noch heute gilt der alte Grundsatz, dass der Vorstand uneigennützig und ehrenamtlich für die ordentliche Durchführung des Schützenfestes zu sorgen und die Finanzierung sicherzustellen hat.
Am 07. August 1955 war dann die erste ordentliche Zugführerversammlung im Lokal "Zum Annchen". Der genannte Vorstand und Festausschuss hatte unter seinem Präsidenten Erich Bacher hervorragende organisatorische Arbeit geleistet. Fast alle Osterather Vereine machten mit. So bildete sich der erste Osterather Schützenzug aus folgenden Gruppen:
Zwei Jägerzüge des Osterather Turnvereins, zwei Züge der katholischen Jugend, je ein Zug der Kompanie Heide, des Motorsportclubs, der Kompanie Bovert, der Kompanie Giesenend, der Marinegruppe, der Schill´schen Offiziere. Die Feuerwehr stellte die Gruppe der Sappeure und leistete während des ganzen Festes Ordnungsdienst. Der Männergesangverein brachte es auf zwei Gruppen, der Osterather Sportverein sogar auf vier. Erich Bacher mobilisierte vornehmlich aus Kreisen der Landwirte den traditionellen Artillerieverein. Karl Corall organisierte drei Grenadierzüge aus der wider gegründeten Schützenkompanie Dorfmitte. Von Anfang an dabei waren auch der Kegelclub "Rubbel di dupp" und der Stammtisch und Kegelclub "BUBA".
Heinrich Radmacher
Regimentskommandeur 1955

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Otto Schwietering mit Königin Lene, erster Schützenkönig des Heimat- und Schützenbund 1955 |
Erster General wurde Heinrich Radmacher, sein Adjutant Ernst Koenen. Ihm zur Seite standen als Platzmajor Jakob Geerts mit seinem Adjutant Willi Franken. Unvergesslich bleibt Regimentsspieß Franz Fischer.
Die damaligen Saalwirte Wagner und Weindorf sahen die vorhandenen Saalkapazitäten als nicht ausreichend an und mieteten auf eigenes Risiko ein 1200 Mann Zelt, dass auf Bommers Weide am Ingerweg aufgestellt wurde.
So begann dann am Samstagabend, den 10. September 1955 um 19.00 Uhr mit Böllerschüssen das erste Osterather Schützenfest. König Otto I. Schwietering wohnte im Gebäude der Brauerei Bacher.
Schützenfest 1955
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v.l.n.r. Minister Willi Oellers, General Heinrich Radmacher, OKD Feinendegen, Adutant Ernst Könen, König Otto Schwietering, Pfarrer Zapp, Brudermeister Andreas Stüttgen, Präsident Erich Bacher, Lambert Wefers, Page Ulrich Stroms |
Das Abholen des Königs und seiner Minister Willi Oellers und Josef Busch wurde dort auch für alle Schützen- und Zugteilnehmer zu einem großen "bierwürzigen" Ereignis. Im Fackelzug ging es zum Festzelt. Im Hinblick auf die großen Ereignisse am Sonntag wurde der offizielle Teil bereits um 23.00 Uhr mit dem großen Zapfenstreich beendet. Der Sonntagmorgen begann mit einem Feldgottesdienst. Danach wurde das angetretene Regiment vom König und seinem Gefolge inspiziert. Die große Wachparade vor der Ehrentribüne am Rathaus und der anschließende Frühschoppen im Festzelt sind noch heute Programm am Sonntagmorgen. Über 300Schützen und 100 Musiker bildeten dann den großen Festzug, der am Sonntag, dem 11. September 1955 nach zwanzigjähriger Pause erstmals wieder in farbenprächtig uniformierten Gruppen durch Osterath zog und große Begeisterung unter der Osterather Bevölkerung für dieses Heimat- und Volksfest entfachte.
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Der erste Festzug durch Osterath im Jahre 1955.
König Otto Schwietering mit Bürgermeister Rudolf Lensing |
Das Zelt war dann auch am ersten Abend zum Schützenball schon viel zu klein. Schlimmer wurde es aber noch am Montag. Nach gelungenem Festzug und trotz regnerischem Wetters, kamen„alle" zum Krönungsball.Natürlich hatte man auch noch viele Ehrengäste und benachbarte Vereine eingeladen. Es wurde eine „Platzkatastrophe“. Eilig herbeigeschaffte Tische und Stühle wurden auf der Tanzfläche aufgestellt. Trotzdem feierte man prächtig auf engstem Raum.
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| Platzmajor Jakob Geerts verdonnert auf Meldung von Spieß FranzFischer Grenadier Theo Weyers zu einem Frühstück für seine Kameraden der BUBA. | Minister Willi Oellers und Mitorganisator Adolf Stroms freuen sich über das gelungene Schützenfest. In der Mitte Sohn Winfried Oellers, Schützenkönig 1970-1972. |
Obwohl sich der Vorstand wirklich nicht über Arbeit zu beklagen brauchte, immerhin hatte er so ein Riesenfest in rund 2 Monaten durchorganisiert, kümmerte er sich auch noch um den Aufbau von Schützengruppen. Erich Bacher betrieb den Wiederaufbau des alten Artillerie Corps.

Erich Bacher,
war gleichzeitig Präsident des Vereins und Rittmeister des ArtillerieCorps.

Die Zugteilnehmerkarte kostete damals DM 1,50. Uniformen konnten ausgeliehen werden. Die Preise
hierfür waren wie folgt: 1 weiße Hose DM 2,- Uniformrock DM 5,- und Offiziersuniform mit Helm und Degen DM 12,-. Für ein Glas Bier verlangten die Zeltwirte Benno Weindorf und Franz Wagner 50 Pfennige.
Wer hätte das im Juni des Jahren 1955 vorauszusehen gewagt, dass ein 1200-Personen-Festzelt die Menschenmassen nicht fassen würde. Dank des intensiven Einsatzesaller Vorstandsmitglieder gewann der Festausschuss auch das Vertrauen von Industrie, Handel,Handwerk und der Bauernschaft. Hieraus konnte bereits eine finanzielle Rücklage für die Zukunft gebildet werden. Im November 1955 wurde den Teilnehmern eine Generalabrechnung vorgelegt. Die Anwesenden waren zufrieden und begeistert und stimmten spontan füreine Schützenfestwiederholung1956. Bereits auf dieser Versammlung gaben neue Gruppen eine verbindliche Meldung für die Teilnahme1956 ab. Die Forderung, ein größeres Zelt anzuschaffen, galt daher als Verpflichtung. Es erfolgte nun eine Umbenennung des Festausschusses in "Heimat- und Schützenverein 1955 Osterath". Der Vorstand unter der bewährten Leitung von Erich Bacher wurde geringfügig umgebildetund erweitert und blieb bis 1969 unverändert zusammen. Mit WilliOellers und Jakob Geerts starben imJahre 1956 und 1957 zwei Mitbegründer und treue Schützenkameraden.
Größere Veränderungen gab es beider Umbildung und Erweiterung der Regimentsführung. Mit Dr. Hans Lampenscherf, der Heinrich Radmacher ablöste, gewann der Heimat- und Schützenverein einen neuen General, der, wenn es galt ein Schützenfest auszurichten, voll in dieser Aufgabe aufging. Zu Adjutanten des Generals wurden Ulli Mertens und Otto Morgenstern ernannt.
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Regimentsführung 1956 |
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| Platzmajor Karl Meller-Perey mit Adjutant Theo Hilgers |
Die Position für den 1957 verstorbenen Lehrer und Platzmajor JakobGeerts ging in die Hände von Karl Meller-Perrey über. Sein Adjutant wurde Theo Hilgers. Franz Fischer als Spieß vervollständigt dieses Gespann, das über viele Jahre dem militärischen Stab Profil gab. Adjutanten des Königs
waren 1955 und 1956 Ernst Recken und Willi Franken. Noch im Jahre1956 wurde ein übergeordnetes Präsidium berufen.Ihm gehörten der Bürgermeister Rudolf Lensing, der Pfarrer von Sankt Nikolaus Franz Bücken und der Gemeindedirektor Hermann Forck an. Notwendige Änderungen ergaben sich nach der Bildung der Stadt Meerbusch im Jahre 1970. Der Gemeindedirektor Hermann Forck schied aus.
PfarrerFranz Bücken wurde 1966 von Pfarrer Paul Zincken abgelöst. Im Jahre 1980 trat Pfarrer Erich Evertz sein Amt als Pfarrer von Sankt Nikolaus in Osterath an. Er löste den erkrankten Paul Zincken ab und ist seither im Präsidium tätig.
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Geheime Präsidiumssitzung: Pfarrer i.R. Paul Zinken und Pfarrer Erich Evertz |
In der Regimentsführung gab es in den 60er und 70er Jahren geringfügige Veränderungen. Da wir Otto Morgenstern durch Tod verloren,wurde die Lücke 1968 von Peter Stüttgen bis 1976 geschlossen. Willi Lauenroth ersetzte von 1966 bis1969 den ausgeschiedenen Franz Fischer. 1958 wurden Joseph Schumeckers und Siegfried Steinbach zu Königsadjutanten ernannt.1965 bat Karl Meller-Perrey um seine Entlassung. Er wurde von Theo Hilgers ersetzt. Adjutant des neuen Platzmajors wurde Ernst Koenen. Otto Schwietering übernahm 1956 die gesamte Geschäftsführung und Buchhaltung. Er trug über 15 Jahre die Hauptlast der Vereinsarbeit und hielt die Fäden des Vereins fest in seinen Händen. Aufgrund seiner
Verdienste und aus Dankbarkeit wurde Otto Schwietering zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt.
Dr. Hans Lampenscherf führte das Osterather Schützenregiment von1956 bis zu seinem Königsschuss1976 in unnachahmlicher Weise.
Von seinem Wirken zehren wir heute noch. Er war die Galionsfigur des Regimentes und hat manche Gruppe und Kompanie nach seinem
Willen geprägt. Seine Vorstellungen von Ordnung und Disziplin gelten fürdas Osterather Schützenregiment noch heute. Dr. Hans Lampenscherf
wurde aufgrund seiner besonderen Verdienste, die er für das Osterather Schützenwesen erwarb, 1972 vom damaligen König Winfried Oellers, in Zusammenarbeit mit dem Vorstand, zum Generalfeldmarschall ernannt.Die Insignien wurden von Schülernder Kölner Kunsthochschule als Nachbildung des Marschallstabes des Feldmarschalls Kesselring gestaltet. Der Marschallstab wird alle zwei Jahre in einer Ausstellung vordem jeweiligen Schützenfest der Bevölkerung, den Schützen und Interessenten gezeigt. Dr. Hans Lampenscherf starb am 15.September 1982 und wurde unmittelbar nach unserem Schützenfest 1982 von großen Teilen unserer Bevölkerung und einer großen Schützenschar zu Grabe getragen.
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Dr. Hans Lampenscherf, Regimentskommandeur |
Der Vorstand blieb bis 1969/70 fast15 Jahre geschlossen beisammen.Die Vorstandswachablösung leitete Erich Bacher ein. Als zweiter Vorsitzender und amtierender Schützenkönig führte Adolf Stroms die Geschäfte weiter fort. Nach dem Schützenfest 1975 wurde er als erster Vorsitzender bestätigt. Dieses Amt übte er bis zu seiner Erkrankung 1982 aus.
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Nach der Wachablösung 1969, der neue Vorstand
u.R. |
Schützen stellte. Erich Bacher gelang der größte Zusammenschluss in der Osterather Vereinsgeschichte. Er formte ein Vereinsleben auf neuer
Basis. Da Otto Schwietering nach Willich verzog und Theo Berben als Schatzmeister durch Tod aus dem Vorstand ausschied, wurden die entstandenen Lücken durch Ernst Nüse als 2. Vorsitzenden und Wolfgang Löper als Schatzmeister geschlossen.
Paul Corall und Dieter Förster treten mit in den Vorstand ein. 1976 wird Kurt Hoffmann Geschäftsführer des HSB. Mit Reinhard Lensing und
später Herbert Bommers kamen weitere jüngere Schützenkameraden zur Vorstandsarbeit.
Nach dem Königsschuss von Generalfeldmarschall Dr. Hans Lampenscherf im Jahre 1976 musste auch die Regimentsführung generell geändert
werden.
Unser alter Freund, Ratsherr Willi Münks, Kommandeur der Artillerie,wurde nach einstimmigem Beschluss zum General befördert.
Reinhard Lensing und Klaus Radmacher wurden seine Adjutanten. Die beiden Königsadjutanten Paul Fink und Joseph Schumeckers
wurden in die Position des Platzmajors und des Majorsadjutanten ernannt. Als Königsadjutanten fungieren jetzt Hans Lemm und Dr.Johannes Münks. Schließlich kann keine Regimentsführung ohne "Spieß" auskommen. Ab 1955 hatte Franz Fischer dieses Amt inne. Nach einer schweren Erkrankung wurde er von Willi Lauenroth aus der Kompanie Heide abgelöst. Danach füllte für 12 Jahre Winand Augustin dieses wichtige Amt aus. Auch er erkrankte schwer und wurde durch Hans Telders, aus dem Artillerie-Korps, abgelöst.
Den ersten Vorsitz übernahm Kurt Hoffmann, zweiter Vorsitzender wurde Paul Corall, das Amt des ersten Geschäftsführers übernahm Herbert Bommers mit seinem Stellvertreter Karl-Heinz Johann als zweiter Geschäftsführer. Zweiter Schatzmeister wurde Norbert Münks und Uwe Dellmann stellvertretender Schießmeister. Im Regimentsstab löste 1992 Paul Fink den verdienten General Willi Münks ab, der dieses Amt 16 Jahre innegehabt hatte.
1992, Wachablösung
in der Regimentsführung General Willi Münks gratuliert seinem Nachfolger Paul Fink,
im Hintergrund beobachten dies: Klaus Radmacher und Reinhard Lensing
1994 ging der langjährige erste Schatzmeister Wolfgang Löper in den wohlverdienten Ruhestand und gab sein Amt an Norbert Münks ab.
Zweiter Kassenwart wurde Adolf Breuers. Reinhard Lensing übernahm nach seiner Zeit als Schützenkönig 1994 das Amt des Platzmajors mit Claus Fischer als Adjutant. Zum Schützenfest 1998 wurde erstmals auch ein Jungschützenkönigausgeschossen. Nach spannendem Kampf konnte Christian Hering als erster dieses Amt für sich erringen.1998 fanden auch in Vorstand, Regimentsstab und Bruderschaft nochmals größere Veränderungen statt: Der langjährige erste Vorsitzende Kurt Hoffmann wechselte in den Ehrenrat. Sein Nachfolger wurde Paul Corall. Herbert Bommers übernahm das Amt des zweiten Vorsitzenden und Karl-HeinzJohann das Amt des ersten Geschäftsführers. Als zweiter Geschäftsführer trat Heinrich Peter Weyen in den Vorstand ein.Reinhard Lensing löste in der Regimentsführung Paul Fink ab und neuer Platzmajor wurde Peter Stüttgen. Auch der verdiente und beliebte Spiess Hans Telders, übergab sein Amt an Werner Tzschichholtz,der es seit dem in besterTradition weiter fortführt. Die Bruderschaft wählte mit Prof. Dr. Norbert Schöndeling den Sohn des alten Brudermeisters zu seinem Nachfolger.Noch heute haben Zugweg und Zeitplan von 1955 viel mit dem heutigen Ablauf gemeinsam: Das Schützenfest beginnt Freitagsnachmittags vor dem Königshaus unter dem Motto "Eine Stunde vor dem Schützenfest". Danach marschiert das Regiment zum Kirchplatz, wo das Schützenfest offiziell durch die Proklamation des Königs eröffnet wird. Nach der großen Serenade unter der Beteiligung von Männergesangsverein und mehreren Musikzügen, findet seit 1996 der große Zapfenstreich im Rathauspark statt. Der Park bietet eine herrliche Kulisse für dieses Ereignis, und zieht viele Besucher von nah und fern an. Am Abend wird im Zelt am Dr.-Hans Lampenscherf-Platz der große Festball gefeiert.

Einmarsch des Königs ins Festzelt, angeführt von der Wachkompanie
Der Samstag beginnt mit der Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal, danach marschiert der Zug zum Festzelt wo bei einem Regimentsfrühschoppen verdiente Schützen ausgezeichnet und befördert werden. Am Nachmittag stellt sich das Regiment zum großen Festzug traditionell auf der Heide auf. Abschluss des Umzugs durch den Ort bildet die festliche Parade vor dem Rathaus.Der abendliche große Schützenball steht ganz im Zeichen der Zugkönigspaare.
Mit dem Feldgottesdienst vor der Kirche beginnt der Sonntagmorgen. Besonderer Beliebtheit bei derBevölkerung erfreut sich die anschließende,mit humorvollen Einlagen gespickte Besichtigung des Regimentes durch den Spiess. Einer der Höhepunkte des Festes ist immernoch die anschließende
Wachparade vor dem Rathaus. Abgerundet wird der Morgen durcheinen musikalischen Frühschoppen im Festzelt. Der Festzug am Nachmittag beginnt im Ortsteil Bovert und wird wieder durch eine Parade vor der Festtribüne am Rathaus abgeschlossen. Am Abend wird dann der große Königsball mit Ehrentänzen und großem Zapfenstreich gefeiert.
Am Montag verabschiedet sich derSchützenkönig nach einem Frühschoppen von seinem Regiment.Danach wird nach dem Jungschützenkönig dann der neue Schützenkönig beim Vogelschiessen ermittelt. Den Ausklang des Schützenfestes bildet nochmals ein großer Festball mit altem und neuen Königshaus. Die Zahl der aktiven Schützen ist seit1955 kontinuierlich angewachsen. Besonders nach 1970 meldeten sich vor allem junge Gruppen zur Teilnahme. Die Anzahl der Zugteilnehmer hat sich gegenüber 1955 mehr als verdoppelt. Bei unseren Festzügen können wir ca. 800 Schützen und Reiter registrieren. Zusammen mit den Musikern wird die magische Zahl von 1000 Teilnehmern überschritten.Stärker noch als in den Anfangsjahren ist der Festzug zu einem historischen Gebilde gewachsen. Unsere Zuschauer bekommen einen Querschnitt aus Tradition und Brauchtum zu sehen. Die „Stamm-Kompanien" der St.Sebastianus-Bruderschaft, Bovert, Giesenend und Heide marschieren dagegen in ihren traditionellen grünen Uniformen. Seit vielen Jahren gibt es eine stete Steigerung bei den Umzügen und Paraden. Die Festveranstaltungen stellen inzwischen ein gesellschaftliches Ereignis für Osterath und Umgebung dar. Die Programme sind vielseitig und abwechslungsreich. Dies spiegelt sich auch in der hohen Resonanz unserer Zuschauer wieder, die viel Gefallen an unseren Festzügen und Veranstaltungen finden, deren obere Repräsentanz immer
das jeweilige Königspaar mit ihren Ministerpaaren und dem Hofstaat sind. Während der Schützenfesttage werden in Osterath die „Majestäten" von allen teilnehmenden Schützen akzeptiert.Von Otto Schwietering im Jahre 1955 bis heute haben alle „Majestäten" in einer Form regiert,die uns allen angenehm war. Sie waren alle anpassungsfähig, wurden von den Schützen anerkannt, geachtet und sind stürmisch gefeiert worden. Sie alle haben die Bürde des „Königs-Spielens" auf sich genommen,um den Schützen, aber auch der Bevölkerung Freude und Frohsinn zu spenden.
Zu erwähnen wäre noch die verschiedenen Festplätze seit 1955, wo sich evtl. so mancher nicht mehr erinnern kann:
Von 1955 - 1958, also drei Schützenfeste, stand das Festzelt auf„Bommers-Wiese" am heutigen Azaleenweg, Ecke Ingerweg.
1960 stand das Festzelt auf der Wiese von „Leuchter-Schumeckers"die zwischen Bommershöfer Weg und am Gompertzhof lag. 1962 stand das Zelt auf der anderen Seite des Bommershöfer Weges, an der heutigen Görresstraße in der Nähe der Realschule.1964 - 1968 an der Leibnitzstraße,vor dem heutigen Seniorenzentrum „Hildegundis zu Meer" 1970 - 1978 auf dem Sportplatz am Schiefelberg. Seit 1980 steht das Festzelt auf dem Festpatz am Wienenweg, dem heutigen Dr.-Hans-Lampenscherf-Platz
Im Glanz der Feste und Veranstaltungen sieht alles so perfekt und wunderschön aus, wie viel Mühe und Aufopferungsbereitschaft im
Hintergrund stehen, wissen nur die dort engagierten Helfer, denen wir auf diesem Wege ein „Herzliches Dankeschön" sagen möchten.










